Donnerstag, 16. April 2009

Demjanjuk

Der Sohn des früheren KZ-Wächters John Demjanjuk (89) hat schwere Vorwürfe gegen die deutschen Behörden erhoben.

Deutschland betreibe dessen Abschiebung aus den USA in voller Kenntnis der Möglichkeit, dass der Flug für seinen Vater tödlich enden könnte, sagte John Demjanjuk jr. (42) der „Süddeutschen Zeitung“.


Ja, wenn das eine Option ist - warum nicht? Ich würde mich sogar am Ticket beteiligen.

Mittwoch, 15. April 2009

Motz - der 2.

Sagte doch der italienische Regierungschef Berlusconi bei einem Besuch in dem provisorischen Zeltlager bei der Stadt L’Aquila in den Abruzzen, dass es „wie ein Camping-Urlaub” für die obdachlos gewordenen Italiener sei und es ihnen „an nichts fehle”.

Oh, oh....

Nicht zu toppen? Doch, doch, liebe Leser:

Benedikt ließ 500 Ostereier ins Erdbebengebiet von L'Aquila liefern. Es wurden rasch kleine Altare gezimmert. Die Gläubigen dort können bei der Messe am Sonntag auch auf gestifteten Messwein zurückgreifen. Und nicht zuletzt wolle Papst Benedikt XVI. den unter nächtlicher Kälte, Wassermangel und Stromausfall leidenden Menschen in den Abruzzen "so bald wie möglich" Trost spenden - aber erst nach Ostern.

Joseph, alter Freund, hast Du da was an der Muschel? Dass der "Wir Sind Papst" für den modernen Menschen ein wenig befremdlich und fast schon radikal mittelalterlich erscheint, haben wir leider schon zur Kenntnis nehmen müssen, aber muss er nun auch noch peinlich werden?

Schon genug? Ach komm, einen hab ich noch:

Unruhen in Thailand. Es wird vor Reisen nach dort, besonders nach Bangkok gewarnt. Das Fernsehen interviewt Reisende am Flughafen. Und was sagen die? "Habe schließlich dafür bezahlt...", "Wird wieder einmal von den Medien maßlos übertrieben...", "Wenn wir was davon mitbekommen, bleiben wir eben im Hotel...", "..., dann meiden wir eben die Ecken, die gefährlich sein sollen..." usw., usw.

Na denn, wünsche angenehmen Flug...

Und zuletzt noch:

Trotz aller Warnungen ließen sich die beiden Franzosen Chloé und Florent Lemaçon nicht davon abhalten, mit ihrem dreijährigen Sohn Richtung Sansibar zu segeln.

Es sollte der Segeltörn ins neue Leben werden. Ist es denn ja auch. Aber wer sich so mutwillig und ohne Rücksicht auf das eigene und fremdes Leben in Gefahr begibt, sollte nicht auf Hilfe rechnen. Ich zumindest hätte für sie keinen Finger gerührt. Sicher, es ist zu bedauern, dass der Franzose dabei sein Leben ließ, aber ich empfinde nicht die geringste Trauer.

Nee, Leute, es gibt Sachen im Leben, die könnte sich kaum ein Romanschreiber ausdenken...

Motz - zum 1.

Waffengeschäft boomt

Um 50 Prozent sind die Waffenverkäufe in den USA in den letzten Monaten angestiegen, die Anmeldung neuer Waffen hat sich verdreifacht. Und warum?

Die Waffenfreunde haben Angst, der liberale demokratische Präsident Barack Obama könnte alle Waffen verbieten. Deswegen werden Waffen regelrecht gehortet. Die Waffennarren glauben, nach dem Waffenverbot folge die Bücherverbrennung, dann der Verlust der Meinungsfreiheit und des Geldes, schließlich komme der Sozialismus.

Obama wird sogar mit Adolf Hitler verglichen. Der deutsche Diktator hätte ja schließlich auch Waffen verboten und dann ganze Bevölkerungsgruppen abschlachten lassen. Viele Amerikaner wollen sich rechtzeitig wehren.

Deshalb wird auch eifrig geübt. Nachmittags und abends sind die Schießstände voll. Es wird geballert, was das Zeug hält: auf Büchsen und Schießscheiben. Auch vierjährige Kinder erhalten bereits Schießunterricht. Nicht wenige haben inzwischen zu Hause einen Tresor für die eigenen Waffen. Amerika bleibt in der Frage gespalten: Waffenkontrolle ist und bleibt ein Reizwort.


So kam es heute im ARD Mittagsmagazin ab 15. Sendeminute. Jeder 3. Ami hat mindestens eine Knarre, mehr als 350.000 Verbrechen werden jährlich mit einer Schusswaffe begangen, mehr als 11.000 Menschen werden dabei getötet.

Steht da so ein typischer Redneck - langer Bart und Schirmkappe - und erzählt was von "Bücherverbrennung und Verlust der Meinungsfreiheit". So ein unausgegorener Quatsch kann nur von einem selbstherrlichen Ami kommen und ist wohl vom Dummheitsgehalt nicht mehr zu toppen. Dachte ich. Aber kurz darauf erzählt ein etwas älterer Herr ( Gus DiPierro / 18. Minute ) todernst, er würde seiner vier Jahre alten Enkelin Schießunterricht geben. Sie wisse zwar jetzt noch nicht, warum, aber besser ist das... Und sie dürfe nur auf das schießen, was erlaubt ist.

Ich finde für solch ein Volk einfach keine Worte mehr.

Montag, 23. März 2009

Fast Zwei Millionen

Euro Abfindung bekommt der gefährliche Pfuscharzt Friedl.

Besonders spektakulär ist der Fall des Polizisten, der Gefahr läuft, sein Bein aufgrund des Kunstfehlers zu verlieren. Das ist schon einen Roman wert, was der Friedl da verzapft hat. Und als Entschädigung soll er knapp 300 Euro pro Monat bekommen.

Nun hat der Herr Professor eine Abfindung von 2 Millionen bekommen, weil man ihn angeblich nicht anders loswerden konnte. Immerhin, er ist ja Beamter. Mumpitz, sage ich. Wer so einen Scheiß baut, fliegt raus ohne wenn und aber. Sofortige Aberkennung aller Titel, persönlich in Regress nehmen. War ja nicht der erste Fall, den der Herr Professor sich da so geleistet hat.

Da ich selbst seit eineinhalb Jahren mit der Weißkittelfraktion auf den Matratzen bin, trifft mich solch Gentleman-Agreement richtig in die Nieren. Auch bei mir ist es nur Zufall, dass eine Unterlassung und Fehldiagnose bei der Erstversorgung auf der Intensivstation einer Fachklinik aufgedeckt wurden, die letztlich zu meinem desolaten physischen und psychischen Zustand führten.

Aber noch schlimmer als die Tat selbst, ist das selbstherrliche Verhalten, das nachträgliche Herunterspielen und Bagatellisieren des Hergangs, die unterschwellige Vorhaltung "man verstehe das als Laie doch gar nicht und solle mal ruhig den Ärzten vertrauen", das affektierte Ignorieren von Aussagen und Gutachten und spätere Drohen, das Hinauszögern von eigenen Gutachten, das Abstreiten und Ausdiskutieren von völlig nebensächlichen Kleinigkeiten und was weiß ich noch alles. Kurz, sie tun alles was nötig ist, den Vorgang möglichst in die Länge zu ziehen. Vielleicht haben sie ja Glück, und der Fall erledigt sich von selbst...

Bon unterschlagen... aber von wem???

Die Kassiererin Barbara E. soll ja nun Bons im Wert von 1,30 Euro unterschlagen haben. Bei ihrem Arbeitgeber KAISERS, der sie dann auch gleich stantepede abserviert hat.

Nun lese ich eine These, die mir einleuchtet und die ich in höchstem Maße interessant finde:

Der Bon ist doch gar nicht Eigentum der Firma Kaisers. Er gehört einem Kunden, der dort Flaschen zurückgegeben hat. Kaisers hat diese Flaschen nun im Bestand. Somit ist dem Unternehmen doch gar kein Schaden entstanden. Im Gegenteil - wenn KAISERS den ( die ) Bons einbehält und nicht als Fundsache der Behörde übergibt, macht sich das Unternehmen selbst der Fundsachenunterschlagung schuldig.

Somit wäre es Sache des Kunden / des Eigentümers des Pfandbons gewesen, sich mit der Kassiererin auseinander zu setzen.

Tja, mal sehen, wie es da weitergeht.

Freitag, 20. März 2009

Wie die Hunnen eingefallen

Mein kleiner Filius ist für drei Wochen bei uns zu Besuch. Vorlesungsfreie Zeit in England und Vorbereitung auf die Prüfungen. Der Kleine genießt unsere häusliche Küche ( "Die Engländer essen vermutlich nur zum Überleben..." ), und es ist wirklich schön seinen Appetit zu beobachten.

Nun war er heute in der Bibliothek, und wir haben verabredet, dass ich für drei Uhr einen Auflauf fertig mache. Mache ich ja gerne. Und, da morgen Samstag ist, habe ich gleich für zwei Tage gemacht. So eine richtig satte, große Portion, lecker mit Käse überbacken. So etwa acht reelle Portionen.

Fünf vor drei, der Ofen piept. Telefon auch.
"Ist er schon da? Ich wollt eben seinen neuen Rechner einrichten...", fragt Sohn zwei telefonisch an. Weil, der hat ja auch eine eigene Wohnung mit seiner Freundin. "Ich komme eben rüber und bringe S. mit, weil wir vorher noch eine Runde Laufen wollen... ."

Drei Minuten später: "Hmmm, riecht lecker." Dreimal gieriges Schnüffeln. Laufen vergessen.

Hat mir diese gierige Brut innerhalb weniger Minuten meinen ganzen Auflauf - erinnert Euch: für drei bis vier Personen und zwei Tage berechnet! - a.u.f.g.e.g.e.s.s.e.n.! Ofen auf, zugelangt und e.i.n.g.e.a.t.m.e.t.! Sind diese Kerls bei mir eingefallen und haben nach kurzer Zeit ein Schlachtfeld aus benutztem Geschirr und eine kulinarische Leere in der Küche bei mir hinterlassen. Und nein, ich habe NICHTS davon abbekommen. Meine Liebste am Abend auch nicht. Keine Chance. Und nach dem Essen ( "Hast Du noch Eis im Kühlschrank..?" ) verschwanden sie und ließen mich mit dem Chaos allein.

Ich habe mir eine Scheibe Brot gemacht. Ist ja eigentlich auch lecker. Und aufgeklart. Nu sitze ich hier auf dem Fernsehsessel, lasse den Jauch laufen, tippe auf dem Laptop und fange an, wieder ein wenig zu entspannen. Dabei denke ich mir:

Ach, es ist so schön, wenn die Kinder mal eben zu Besuch kommen.

Und manchmal ist es schön, wenn sie dann wieder ihres Weges ziehen... ;-)))

Mittwoch, 18. März 2009

Schnack auf dem Garagenhof

Ich war mal eben los. Nur eine kurze Besorgung, nicht länger als eine halbe Stunde mit dem Auto. Sonne, aber kalt. Und was soll ich sagen? Es war schon fast wie im Frühling. Schon nach ein paar Metern besserte sich die Laune, und als ich wieder auf den Garagenhof einbog, war ich fast enttäuscht, dass der Ausflug nun enden sollte.
Stand da Johann. Johann wohnt seit 40 Jahren in 18, ist 74 und hat schon lange ein Hüftleiden. Die letzten Monate, also da, wo es hier nicht nur kalt ist, sondern eigentlich saukalt, dauerverregnet und ekelhaft grau in grau, in diesen Monaten grummelte Johann immer nur mit eingezogenem Kopf irgendwelches unverständliches Zeug, wenn man ihn traf. Und man trifft ihn eigentlich täglich.

Heute stand Johann mitten auf dem Garagenhof in der Sonne, halb auf einen alten Besen gestützt, kratzte sich mit zwei Fingern am Kopf ( weil die anderen die speckige Mütze halten mussten ) und schaute interessiert zu, wie ich rückwärts in meine Garage fuhr.
"Moin Johann", sagte ich und richtete mich darauf ein, im Vorbeigehen keine Antwort zu erhalten.
"Moin, mien Jung. Wo geit?"
"???" So aufgräumt hatte ich Johann schon ewig nicht mehr erlebt.
"Mie geit god. Un sülbst?", antwortete ich nun und stellte schon mal die schwere Tasche auf den Boden.
"Ach Jung, die Hüfte, die Hüfte." Ein bedauerndes Aufstöhnen meinerseits veranlasste ihn, sofort weiterzureden.
"Hast gehört, Karl sein Haus soll wieder verkauft werden?" Er schüttelte bei diesem Gedanken den Kopf und kratzte sich noch einmal ausgiebig.
"Einhundertneunundvierzig will Karschewski haben. Das sind dreihunderttausend Mark. Kricht der doch nie!" Es folgte so eine Art Zungenschnalzen.
"Ach", sagte ich erstaunt. Karl war schon vor 6 Jahren verstorben, die Erben ( "...düsse Bengels", meinte Johann damals ) hatten sich zerstritten und das kleine Reihenhaus an Karschewski verkauft. Karschewski bezeichnet sich selbst als "Veranstaltungsmanager" und stand vor ein paar Tagen als insolvent im Anzeiger. Trotz der längst veränderten Eigentumsverhältnisse blieb für Johann das aber immer noch "Karls Haus".
"Ist das denn nu nichts für Dich, Junge?" Nochmal Kopfkratzen, und ich fragte mich langsam, warum es da so juckt. Zudem finde ich es immer wieder witzig, dass er mich "Junge" nennt. Die Fünfzig habe ich immerhin ja auch schon eine ganze Weile hinter mir.
"Nee, lass stecken", sagte ich und blinzelte in der Sonne. "Vor zwanzig Jahren vielleicht. Aber nu sind die Jungs groß und haben ihre eigene Bude. Da brauch ich das nicht mehr."
"Der Große wohnt drüben in sieben, oder?" Johann ist immer gut informiert.
"Nö, das ist Nummer drei", antwortete ich, wurde aber gleich zurechtgewiesen.
"Als wir hier gebaut haben, war das Block sieben. Was weiß ich, was die da für Nummern rangeschraubt haben." Er schien ein wenig maulig, weil ich das nicht wusste. Wie auch, ich wohne ja erst zweiunddreißig Jahre hier.
"Naja, er zieht jetzt ja um. Mit seiner Freundin zusammen, weißt Du? In Neun, ganz oben."
"Schöne Wohnung. Da sind jetzt Iraner drin", sagte Johann, der sich hier genau auskennt.
"So, Johann, ich muss denn mal", versuche ich den Absprung zu kriegen. Und wie ich musste...
"Ja, mien Jung, denn mach mal", sagte er und klopfte mir leicht an den Oberarm. Zufrieden lächelnd begann er damit, den Besen mit einem Kratzgeräusch über das grobe Pflaster zu ziehen, obwohl es da gar nichts Spektakuläres zum Zusammenfegen gab. Und ich möchte einfach argwöhnen, dass der gute Johann, angelockt von der Sonne und getrieben von ein wenig Langeweile, sich den Garagenhof nur als strategisch wichtigen Platz ausgesucht hatte, um mal wieder mit den Nachbarn zu klönen.
Ich nahm meine Tasche wieder auf und schlenderte mit einem "Tschüss denn" zum roten Weg rüber, Richtung Hauseingang. Ja, ich freue mich, denn nun ist es für mich klar:

Leute, es wird endlich Frühling!

Zu schön zum Benutzen

So titelt ein Beitrag von Zeit-Online. Dem kann ich nur beipflichten, denn bislang kannte ich diese wichtigen Reisebegleiter nur in weiß mit nichtssagender Aufschrift. Diese künstlerisch wertvollen Meisterwerke könnten mich glatt zum Sammler machen.

Gar nicht mal so übel, denkt sich der olle
Korinthe

Dienstag, 17. März 2009

Und noch mal GEZ - für Fußball

Ich lach mich krank, was Altkicker Hoeneß da von sich gibt. Ja Himmel, is der nu narrisch? Ich - ja ICH - soll 24 Euro im Jahr für so einen Scheiß ausgeben? Für Fußball? Mich interessiert kein Fußball. Warum um alles in der Welt soll ich dann von meiner kleinen Rente noch etwas in diesen Quatsch stecken?

Nee, Uli, das ist ja sowas von absurd. Ich glaube, mein Schwein pfeift. Nene, das lassen wir mal. Und Du gehst damit mal schnell zum Facharzt; vielleicht bist Du ja noch zu heilen :-/

Achtung Kontrolle

Ich sitze gerad entspannt auf meinem Fernsehsessel und stolpere beim Zappen auf Achtung Kontrolle auf Kabel. In der Ankündigung steht da wörtlich: Unter der Woche begleitet das tägliche Reportage-Format weiterhin deutsche Ordnungshüter bei ihren Einsätzen... Heute begleitet das Team Edith und Jörg von der GEZ. O-Ton: Die GEZ-Kontrolleure Edith und Jörg versuchen in Mainz Schwarzsehern auf die Schliche zu kommen. Jedoch öffnen diese meist nicht ihre Tür..

Aha! Nun ist es also raus. GEZ-Kontrolleure sind Ordnunghüter. Soso. Ich muss nicht erst auf dieser Internetseite nachsehen, um sagen zu können, dass das absoluter Quatsch ist. Das stimmt einfach nicht! Die GEZ ist weder eine Behörde, noch sind die dort arbeitenden "Berater" Beamte oder gar "Ordnungshüter". Nein, nein und nochmals NEIN!!!

Kabel eins ist gerade noch ein Stück tiefer auf meiner Liste "zapp ich mal rein" gesunken.

Ach, ich rege mich schon wieder auf... Gar nicht gut für mein Herz.

Ich habe es gewusst!

Ich hab's gewusst, gewusst, gewusst gewusst



DAS IST EINFACH MUMPITZ!!!

Ich geh jetzt noch mal das Mett kneten! Mit der Hand!

Bloggen hilft

Bloggen... Das ist irgendwie so, als wenn man sich mit jemandem unterhält, der gerade nicht da ist. Oder so.

Bei mir ist das so, dass ich da etwas aufschreibe, was mir in dem Moment durch den Kopf geht. Ich würde es ja gerne mit jemandem Aug in Auge besprechen, aber da ist gerade keiner. Und telefonieren mag ich auch nicht, denn es gibt so gesehen keine Gesprächspartner, die dieses, was mir gerade durch den Kopf geht, auch wirklich interessiert. Aber mich interessiert es. Und oft ist es auch - zumindest für mich - so wichtig, dass ich den Gedanken nicht so einfach fallen lassen kann. Darum, auch auf die Gefahr ( Gefahr ??? ) hin, dass niemand das von mir geschriebene Zeug liest, schreibe ich es auf Notizblöcke ( Ja, genau. Noch so richtig mit der Hand ), in meinem Schreibprogramm, in irgendein Forum, als Leserbrief an die Zeitung oder in den Blog.

Und wenn ich fertig bin, geht es mir ein wenig besser. Auch, wenn keiner auf meinen Ruf in die Welt des Blogs antwortet.

Nein, ich bin kein vereinsamter Rentner. Es gibt auch für mich ein Leben neben dem Internet. Aber das Netz ist für mich so etwas wie eine Parallelwelt, in der ich mich einige Stunden am Tag bewege. In beiden Welten kann ich kommunizieren, jedoch ist es schwer, beide zu mischen. Dinge, die ich im Internet schreibe, sind nicht zwingend interessant für die Realwelt, und umgekehrt auch nicht. Anders ist es aber auch, dass ich durch im Internet gewonnenes Wissen Dinge in der Realwelt besser abwickeln kann.

Naja. Irgendwie so. Zumindest ist es ein klein wenig spannender, als meine alte Schulkladde, auf dessen erste Seite steht: "Liebes Tagebuch...". Aber das ist ja eigentlich eine eigene Geschichte.

Sonntag, 15. März 2009

Waffen haben damit nichts zu tun...

... nein, ganz und gar nicht. Amokläufer sind ein gesellschaftliches Problem.

Wie ich mir schon dachte, wehren sich die Besitzer, Händler und Hersteller von Schusswaffen mit allen Waffen gegen den Vorwurf, im Kopf mit ihrem Tick für Mordwerkzeuge nicht ganz echt zu sein. Heute steht es schwarz auf weiß im Bericht über die diesjährige Waffenmesse: "Eine Waffe ist erst mal nur ein Stück Eisen", sagt Veranstalter Wolf Krey. "Die Verantwortung trägt derjenige, der den Finger am Abzug hat, und nicht der Händler." Es fehlt nur noch, dass er die "außerordentliche Zuverlässigkeit" der benutzten Beretta zur Eigenwerbung nutzt. Immerhin hat Tim K. ja eine ganze Reihe von Schüssen in Folge abgegeben, allein mehr als sechzig im Schulgebäude, ohne dass die Waffe versagte. Ja, liebe Waffenfreunde und Kunden, damit könnte man einen Krieg gewinnen!

Mir ist speiübel, wenn ich solch einen Müll lese. Es gibt einfach keinen vernünftigen Grund für mich, weshalb Privatleute Waffen ( welcher Art auch immer ) im Haus haben dürfen. Erwarten sie den Verteidigungsfall? Hatten sie traumatische Erlebnisse in ihrer Jugend, dass sie sich mit Knarren bewaffnen müssen? Und was heißt hier Waffenmissbrauch? Diese verdammten Dinger wurden erfunden und wurden und werden dazu hergestellt, um Lebewesen zu verletzen oder zu töten. Punkt. In der Wortbedeutung hieße das, dass derjenige, der "nur" auf eine Scheibe aus Holz schießt, die Waffe "missbraucht". Fehlt nur noch, dass so ein hirnloser Knarrenfreak den Finger hebt und mit böser Stimme sagt: "Auf Menschen schießt man aber nicht" und das als ausreichenden Schutz vor "Missbrauch" hält.

Mittlerweile ist es doch vollkommen unkontrollierbar, wer Waffen hat und wo sie herkommen. Auf jedem Flohmarkt mittlerer Größe stehen doch Gestalten herum, die für kleines Geld einen Ballerman verkaufen oder zumindest besorgen können. Und da kommte es nicht auf den Waffen-, sondern auf den Geldschein an. Man muss das Problem an der Wurzel angehen und schlicht und einfach die Waffenproduktion einstellen und alles, was "Bumm" machen kann einziehen und vernichten. Aber daran hängen ja wieder so viele Arbeitsplätze. Und wer soll unser schönes Vaterland denn verteidigen, wenn er die bösen Angreifer nicht tot machen kann mit dem Schießgewehr? Und überhaupt die Terrroristen? Sollen wir die mit Blümchen erschlagen? ( Eine Runde Mitleid für die Waffenlobbie - los, jetzt alle mitjammern! )

Allein das Argument, dass es mehr illegale als "legale" Waffen in Deutschland gibt, ist ja schon schlimm genug. Aber es rechtfertigt deswegen doch nicht das Ansammel von Waffen in einem Privathaushalt. Und schon gar nicht das Ansammeln tausender Schuss Munition. Oder wollen unere "Legalen" gegen die "Illegalen" in den Krieg ziehen?

Natürlich ist ein Amokläufer eine Einzelerscheinung. Er könnte auch mit einem Knüppel loslaufen oder mit einem Schweizer Offiziersmesser. Doch meine ich, dass der Besitz einer Schusswaffe ihn um ein Zigtausendfaches gefährlicher macht. Und so ein "Einzelfall" ist es ja nun nicht gerade, wenn man sich die Presse anschaut. Und neben der Presse werden täglich Tausende von Menschen erschossen, ohne dass wir es mitbekommen.

In diesem speziell gelagerten Fall kann man es drehen und wenden wie man will: Es war eine legale Waffe, die zum Mord an 15 jungen Menschen benutzt wurde. Ich zweifle zudem an, dass Jugendliche es ausgenommen leicht haben dürften, an eine illegale Schusswaffe zu gelangen. Auch möchte ich in den Raum stellen, dass Eltern, die eine Schusswaffe und Munition - oder mehrere - im Haus haben, ihren Kindern den Zugang unmöglich machen würden ( weil: Mein Kind ist nicht gefährdet. Der tut sowas nicht und kann damit umgehen! ).

Ich glaube, jeder Mensch kann töten. Es kommt nur darauf an, wie die Situation ist und welche Möglichkeiten man hat. Was wäre denn gewesen, wenn Tim K. keinen Zugang zu einer Schusswaffe gehabt hätte? Oder wenn "nur" fünf Schuss Munition dagewesen wären? Vermutlich wäre er doch noch tiefer in seinen PC eingstiegen, hätte vielleicht auch weitere ärztliche Hilfe in Anspruch genommen. Er wäre nie mit einem Messer losgelaufen. Aber so eine Schusswaffe bringt eine gewisse räumliche Distanz zum Opfer. Das erniedrigt die Hemmschwelle, weil es so einfach ist, den Finger krumm zu machen. Es macht doch einen großen Unterschied, mit seinem potentiellen Opfer Körperkontakt zu haben, oder ihm aus der Entfernung tödliche Wunden beibringen zu können.

Ich fürchte, dass wir in Bezug auf Waffennutzung und deren Besitz noch recht weit am Anfang sind. Vielleicht bleiben uns Verhältbnisse, wie sie im guten alten Amerika herrschen, erspart. Auch glaube ich, dass wir bereits in einer Phase sind, wo wir nichts mehr dagegen tun können, weil es schon zu viele Schusswaffen - besonders Handfeuerwaffen - gibt. Diese Flut einzudämmen bedarf es einer höheren Macht.

Ich kann nur hoffen, dass es mir und den Meinen erspart bleibt, jemals mit Waffen in Kontakt zu kommen - vor und hinter der Mündung.

Donnerstag, 12. März 2009

Die GEZ rechnet mit Adam Riese

So steht es jedenfalls in der FAZ.net.

Einmal vom Sinn der Gebühren abgesehen - diese zweifle ich stark an, wenn ich die Qualität der ÖRs eingehend betrachte - war ich schon immer der Meinung, dass die GEZ und deren Mitarbeiter sich aus einem Klientel von Mitbürgern zusammensetzt, die ihresgleichen sucht. Bislang war es mir zum Glück vergönnt, nicht so tief absteigen zu müssen, um in direkten persönlichen Kontakt - also Aug in Auge - mit diesen Individuen zu kommen. Jedoch hatte ich schon einen erwähnenswerten Schriftkontakt mit der GEZ. Auch musste ich bereits mehrfach die teure Hotline dieser Institution nutzen, um meinem Unmut über deren Stil Luft zu machen und mit einem der zahlreichen rat- und hilflosen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über deren offensichtliche Unfähigkeit, bereits gegebene Informationen zu verarbeiten und zu begreifen, persönlich zu sprechen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass es in der heutigen Zeit absolut überholt und ungerechtfertigt ist, die Öffentlich Rechtlichen durch eine Zwangsabgabe finanziell zu pushen. Weder in der Qualität ihrer Beiträge, noch in deren interner Organisation finden sich Beweise, dass eine zwangsweise eingezogene Gebühr gerechtfertigt ist. Dass mittlerweile ja auch andere Sender durchaus qualitativ gute und informative Beiträge zu liefern imstande sind, dürfte sich allgemein herumgesprochen haben und entbehrt jeglichen Zweifels. Bliebe einzig der Grund, dass diese Sender ohne nennenswerte Werbung auskommen müssen. Nonsens, denn auch dort gibt es Werbung. Offene und versteckte. Und wen stören denn heute noch die Werbeblocks?

Nein, dieser Quatsch ist Müll von gestern, der abgeschafft werden muss! Aber leider sind wir in dieser Angelegenheit wieder einmal nahezu machtlos, weil die Vertreter des Volkes in dieser Angelegenheit alles mögliche vertreten, aber nicht das Volk. Und solange es diese Kollektivstrafe gibt, werden wir auch mit der GEZ und deren ominösen Kundenbetreuern leben müssen, die in der Hirarchie der Lebewesen eigentlich noch unter dem Einzeller anzusiedeln sind.

Sage GEZ und versau mir den Tag.

Grmpfl

Was ich noch sagen wollte...

Ab und zu schreibe ich eine Geschichte, ein Gedicht oder sonst irgend einen Unsinn. Nicht alle meine Gedankenergüsse finden in diesen Seiten Einzug. Aber was ich hier einstelle, ist uneingschränkt von mir.


Manche Sachen sind eher lustig, mache sollen zum Nachdenken anregen und einige mögen auch ein wenig skurril daherkommen. Einige schreibe ich aus Langeweile, einige zum ver- und aufarbeiten meiner Gedanken. Einige Geschichten sind frei erfunden, andere geben, zumindest in Grundzügen, wahre Begebenheiten wider.


Aber alle sollen Spaß beim Lesen bereiten. Mir und auch anderen Lesern.Viel Spaß also beim durchstöbern und lesen meiner Schreibereien wünscht Euch Korinthe

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