Donnerstag, 9. Oktober 2008

Herzerweichend - ach wäre ich doch Single

Heute erhielt ich mit der elektronischen Post diese wunderschöne Mail einer mir völlig unbekannten jungen Frau:

Betreff: Werde ich seines Herz in die guten Hande dem richtigen und sorgsamen Mann zuruckgeben

Hallo werde ich der schone Fremde, uber unsere Bekanntschaft mich froh sein rufen Marina.
Ich suche seine einzige und eigenartige Halfte. Ich suche nicht einfach den Mann ich ich suche den Freund, des vorliegenden Freundes auf ganzes Leben. Ich das warme, zartliche, zarte Madchen. Mir 27 Jahre.
Es ist ein wenig uber mich: ich liebe, die Gemutlichkeit zu schaffen, mir gefalle wenn zu Hause gut und ruhig, ich in das Ma? das ernste, verantwortliche, richtige Madchen. Au?er dem ich romantisch, empfindlich, verstehend und emotional. Ich verstehe mit dem Humor, auf die Probleme bezogen zu werden und lustig zu sein. Fur mich in der Einsamkeit verliert das Leben den Sinn ich ich verwelke wie das Blumchen. Betreffs der Einfachheit kann, dass ich offen wie das Buch sagen. Mich mu? man nur lesen. Wenn es Ihnen interessant ist, uber mich jenes dann zu erfahren schreiben Sie!

Ich warte mit der riesigen Ungeduld auf die Antwort.
Auf diese elektronische Adresse:xxx@xyz.com


Wer wohl diese Unbekannte sein mag...

... überlegt sich
Korinthe

Donnerstag, 25. September 2008

Internet - Fortsetzung

Neuigkeiten von der Internetfront:

Wie ich bereits berichtete, gab es mit den Betreibern einer - eigentlich seriös aussehenden und auch von der Textgestaltung / AGBs unauffälligen - Internetseite ein paar Differenzen. Das Verhalten des dazugehörigen Rechtsvertreters war mehr als Besorgnis erregend in mehrer Hinsicht.

Da mich so etwas aber nicht in Ruhe lässt, besonders wenn einer daherkommt und mich einen Betrüger nennt, habe ich weitere Nachforschungen angestellt.

1. Dieses Internetportal besteht in dieser Form und mit dieser Seite seit 2005.

2. Die Betreiber haben vor ein paar Jahren ein Patent angemeldet, welches sich direkt mit dem Aufbau von Internetportalen dieser Art befasst. Darin heißt es:

Zitat:
Zur Kontrolle des Systems wird vorgeschlagen, dass bei Nutzung dieser E-Mail Adresse automatisch Kopien der E-Mails, vorzugsweise des Nutzers und des E-Mail-Adresseninhabers, einer Zentralstelle zugeleitet werden. Die Zentralstelle ist somit über alle E-Mails zwischen den Systemnutzern und den angesteuerten Fachleuten informiert. Dies ermöglicht es, unerwünschte E-Mails zu eliminieren und fehlgeleitete E-Mails an die richtigen Fachleute weiterzuleiten. Außerdem wird hierdurch die Grundlage für eine Bezahlung der dem Nutzer zur Verfügung gestellten Information erschlossen. Dies ermöglicht es, den Fragenden mit Kosten zu belasten und den antwortenden Fachmann für seine Dienstleistung zu entlohnen.
Vorteilhaft ist es daher, wenn die Nutzung der E-Mail Adresse ein Inkassosystem auslöst. Durch vorherige Abfrage von Inkassodaten, Entbindung der Schweigepflicht etc., kann ein automatisches Inkassosystem, das Geld für die Beantwortung der dem Fachmann gestellten Fragen eintreiben und – gegebenenfalls ebenfalls automatisch – den Fachmann entlohnen.




Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Portals besagen, dass eine Einsicht Dritter in den Text der Fragesteller und der antwortenden Experten angeblich nicht möglich ist, eine Entbindung der Schweigepflicht ist jedoch nicht erwähnt oder wählbar.

AUSZUG
Sie erhalten dann Ihre Antwort direkt von den jeweiligen Experten. Die Inhalte der Fragen und der Antworten werden ausschließlich von den jeweiligen Experten gespeichert, da diese aufgrund ihrer gesetzlichen Dokumentationspflicht dazu verpflichtet sind. Da die Experten der gesetzlichen Schweigepflicht unterliegen, werden die Inhalte der Fragen und Antworten in keinem Fall an Dritte (auch nicht an das Team der XXXXX oder des Betreibers XXXXX weitergegeben. Das Team der XXXX oder des Betreibers XXXX. kann weder die Inhalte der Fragen, noch die der Antworten einsehen. Sie kommunizieren also auf direktem Wege mit den Experten.

Wie also wird nun der Vorgang betriebsintern dort abgewickelt? Ist das nicht etwas, wo man ansetzen kann? Gibt es nicht immer irgendwo administrative Möglichkeiten, den Schriftverkehr zwischen registrierten Usern und dem "Experten" zu „belauschen“?

3.
AUSZUG:
Die Schutzgebühr ist ausschließlich durch Vorleistung, derzeit im Lastschriftverfahren zu erbringen.
Hätten sie sich entsprechend verhalten, hätten sie die angeblich falsche Kontonummer schon vor Erbringung der Leistung entdeckt und diese dann zurückhalten können.

4. Auf der Internetseite und/oder der Datenbank ist ein gravierender Programmierfehler.
Angeblich wurde eine falsche Kontonummer eingegeben. Die Nummer lautet 2147483637. Dieses ist jedoch die Begrenzung einer Variablen.

* * *

Ein Fachmann hat Folgendes dazu geschrieben:

Also.. hab das gerade auch noch mal mit meinem lokalen MySQL-Server nachgemacht!

Die Tatsache der falschen Kontonummer lässt sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf folgenden Fehler zurückführen:

Der Wertebereich einer Integer-Variablen in einem 32-Bitsystem erstreckt sich entweder
über die Zahlen von -2147483648 bis +2147483647 (einschließlich 0) [-2hoch31 bis (2hoch31-1)] --> mit Vorzeichen versehen (signed) oder 0 bis 4294967295 [0 bis (2hoch32-1)] --> ohne Vorzeichen versehen (unsigned)

Vorausgesetzt man versucht eine Zahl, die über dem Wertebereich liegt in eine solche Variable zu speichern, kann das System unterschiedlich reagieren.

Drei der wahrscheinlichsten Möglichkeiten:

Fall 1: Fehler wird ausgegeben

Fall 2: Betrachtet man die Zahl im mathematischen Binärsystem, werden 'überstehende' Ziffern vernachlässigt ('abgeschnitten') Dies hätte zur Folge, dass eine wesentlich kleinere Zahl gespeichert werden würde. Beispielrechnung für ein 32-Bitsystem und der Verwendung einer Integervariablen, die als unsigned deklariert ist: '4294967295 + 1 = 0' oder '4294967295 + 100 = 99'

Fall 3: Der höchstmögliche Wert (MAX-INT) wird verwendet.

Diese Tatsache unterstützt den Verdacht, dass genau dieser Fehler beim Speichern in der Datenbank aufgetreten ist, wenn die Datenbankspalte als signed int deklariert wurde!

Dies wäre auf einen Fehler seitens der Programmierung zurückzuführen.

In den eingebauten Schutzmechanismen der Seite sind darüber hinaus weitere gravierende Fehler vorhanden, die eine solche Fehleingabe ermöglichen!

1. Die Länge für das Eingabefeld im HTML-Code ist auf 10 Ziffern begrenzt, wodurch Eingaben von Zahlen über 2147483647 möglich sind.

2. Für die Prüfung auf Gültigkeit des Inhaltes des Feldes für die Kontonummer wird die Javascriptfunktion test() verwendet. Diese Funktion testet jedoch lediglich, ob eine Zeichenfolge in dem eingetragenen Feld vorhanden ist und nicht ob die Bedingung auf die gesamte übergebene Zeichenkette zutrifft.

In dem konkreten Fall macht sich dies wie folgt bemerkbar:

Mit der regular expression (Bedingungsausdruck) '/[0-9][0-9][0-9][0-9][0-9][0-9][0-9]/' wird überprüft, ob in der gesamten Kontonummer eine siebenstellige Ziffernfolge mit den Ziffern von 0-9 existiert und NICHT, ob es sich bei der gesamten Kontonummer um eine siebenstellige Ziffernfolge handelt.


* * *

Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass der Fehler jetzt zum ersten Mal ans Licht kommt. Auch hat der Seitenbetreiber weder auf das Schreiben des Anwalts, noch hat er auf den Hinweis einer möglicherweise fehlerhaften Programmierung reagiert.

Da er auf den Hinweis nicht reagiert hat, vielmehr ein sehr unfreundliches Schreiben ( welches durch Wortwahl und Inhalt mich wohl einschüchtern sollte ) mit einer Wiederholung seiner Forderung sandte, geht die Sache in vollem Umfang an den Verbraucherschutz, da man dann davon ausgehen muss, dass er sich wissentlich diesen Fehler zu Nutze gemacht hat, um Kunden mit Abmahnungen abzuzocken.

Letztlich scheint er zu glauben, sollte das nicht klappen, könne er noch immer sagen "Sorry, Systemfehler, das wusste ich nicht..."

* * *

Jetzt wird es richtig putzig, und ich werde nicht eher ruhen, bis dieser Typ blutend am Boden liegt. Der soll lernen, was es heißt, einen Rentner mit Zeit wütend zu machen ]8-)

Dienstag, 9. September 2008

Brief an den Anwalt eines ominösen Internetportals

Herr Mustermann,

ich bestätige den postalischen Eingang Ihrer Schreiben vom 04.09.2008, inhaltlich des Vorwurfs der Angabe falscher Daten und einer Rechnung mit Aktenzeichen 12345 am 06.09.2008. Weiterhin bestätige ich, dass ich am 05.09.2008 auf Ihr Konto die Summe von XX Euro zur Begleichung der ausstehenden Gebühren der ABC Consult zur Frage 2008xxxxxxxx vom 30.07.2008 auf dem Portal www.xxxxxxxxxx.xxx überwiesen habe. Diese Summe beinhaltet die von Ihnen genannten 3 Euro Rückbuchungsgebühr, die ich aus Gründen der Kulanz zu übernehmen bereit bin. Dieses stellt jedoch in keinster Weise ein Eingeständnis irgendwelchen Fehlverhaltens meinerseits dar.

Obwohl Ihre Anschuldigung von der Sache her, wie auch vom menschlichen Verstand und der erfolgten Vorgehensweise ausgesprochen ominös und absurd ist, und es eigentlich keines weiteren Schriftverkehrs meinerseits bedarf, sehe ich mich trotzdem an dieser Stelle dazu veranlasst, noch einmal persönlich Stellung zu nehmen. Dass ich diesen Vorgang auch an Herrn B.C., Rechtsanwalt in xxxx, zur weiteren Bearbeitung übergeben habe, hatte ich Ihnen schon in meiner Mail vom 04.09.2008 mitgeteilt.

Allein bei oberflächlicher Durchsicht Ihrer Mail und der von Ihnen ausgefertigten Schreiben vom 04.09.2008, finden sich allein vierundzwanzig Fehler, wobei die grammatikalischen und inhaltlichen Unrichtigkeiten noch nicht einmal berücksichtigt wurden. Dieses ist für ein Schreiben einer Kanzlei mit solch brisantem Inhalt recht außergewöhnlich und drängt dem Leser Rückschlüsse über Organisation und Sorgfalt der ausfertigenden Stellen auf. Ungeachtet dessen muss jedoch dem Umstand besondere Beachtung geschenkt werden, dass es in Ihrem System, wobei ich die ABC Consult explizit mit einbeziehe, augenscheinlich unmöglich ist, Daten fehlerfrei zu transferieren, auszugeben und zu benutzen, erkenntlich dadurch, dass weder mein Name, noch meine Adresse fehlerfrei geschrieben sind. Dieser Umstand lässt nun auch zweifelsfrei die Vermutung zu, dass bei Nutzung anderer Teile dieses Datensatzes ebenfalls nur Fragmente, falsche oder gar keine Angaben ausgegeben, beziehungsweise stimmige Daten nicht richtig übernommen und verarbeitet werden.

In Summa muss nunmehr mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass in Ihrem System, respektive dem Datensystem der ABC Consult, die Sicherheit und das datenschutzgerechte Handling mit den Ihnen anvertrauten persönlichen Kundendaten nicht in vollem Umfang gewährleistet ist.

Ich fordere Sie hiermit noch einmal ausdrücklich auf, alle meine oder mich betreffende bei Ihnen, der ABC Consult, deren angeschlossenen Systeme, Internetportalen oder anderweitig archivierten Daten restlos zu löschen. Weiterhin untersage ich die Nutzung und die Weitergabe der Daten an andere Stellen. Sollten in der Zwischenzeit bereits Daten oder Teile davon an Dritte weitergegeben worden sein, fordere ich Sie auf, diese schriftlich bis zum Freitag, den 12.09.2008 Herrn RA B.C. in xxxx zu benennen.

Abschließend ist ursächlich zu ergründen, ob in diesem speziellen Fall ein technisches Problem oder ein Datennutzer mit administrativen Systemrechten dafür verantwortlich zu machen ist, dass der Datensatz nicht in ursprünglicher Form erhalten geblieben ist. Dafür kann man unter Umständen auch Datenschutz- und Verbraucherschutzverbände mit einbeziehen, die mit entsprechend kompetentem Personal die Vorgänge prüfen und bei Bedarf rekonstruieren und Ursachen ermitteln können.

* * * * *

Eigentlich schade, dass dieser Brief dann doch nicht abgeschickt wurde.


Korinthe

Samstag, 6. September 2008

Internetfalle - Expertenauskunft

Ein neuer raffinierter Trick aus dem Internet:

Darsteller:
Anna Mustermann, Unternehmerin
Bernd Mustermann, Rechtsanwalt

Firma ABC-Consult, Beratungs- und Betreiberfirma für Internetportale

Herr und Frau Mustermann gründen eine Internetfirma, deren Inhalt und Aufgabe die Erstellung und das Betreiben von Internetportalen sowie weitere Dienstleistungen im Zusammenhang mit Internetauftritten ist. Nennen wir diese Firma ABC-Consult.

ABC-Consult nimmt seine Arbeit auf und erstellt ein oder mehrere professionell ges-taltete und anscheinend gut besucht aussehende Internetportale, in denen angemel-dete und registrierte User eine Frage an einen Experten aus verschiedenen Sparten stellen können. Diese Dienstleistung kostet einen vergleichsweise geringen Betrag, der vom Konto des Users abgebucht werden soll.

Die Anmeldung des Users / Fragestellers ist einfach. Er füllt ein Onlineformular aus, in dem er Name, Anschrift, Geburtsdatum, Kontoverbindung und Emailadresse an-gibt. Eine Bestätigung der Anmeldung mit den Daten erfolgt nicht. Auch kann das Formular zwar gespeichert werden, jedoch nicht mit den eingetragenen Daten. Einzig ein aktueller Bildschirmausdruck kann angefertigt und gespeichert werden, um zu archivieren, was man dort eingegeben hat.

Da es bereits einige sehr gut funktionierende Portale dieser Art gibt, ist bis hier zu-nächst kein besonderer Anlass, argwöhnisch zu sein.

Nun das Prozedere. Der User / Fragesteller füllt ein Formular aus, in dem er seine Frage an den Spezialisten stellt. Zur Kontrolle erhält er eine Mail, in der sein Text noch einmal dokumentiert ist und der Hinweis steht, dass die Frage an den entspre-chenden Experten weitergeleitet wurde.

I.d.R. dauert die Bearbeitung der Fragen zwischen ein paar Stunden bis zu ein paar Tagen. Aus taktischen Gründen lässt sich der Portalbetreiber in diesem Fall eine Wartezeit von bis zu 3 oder mehr Tagen. Dann kommt per Mail eine Antwort an den Fragesteller, die durchaus fachlich richtig sein kann.

Jetzt schnappt die Falle zu:
Mittlerweile denkt der Fragesteller nicht mehr direkt an den Vorgang, da er ja seine Antwort erhalten hat und der geringe Betrag vom Konto abgebucht werden soll. Er kontrolliert lediglich die Kontoauszüge.

Nach etwa 2 bis 3 Wochen erhält der Fragesteller eine Mail von RA Mustermann fol-genden Inhalts:
Sehr geehrter…
wir zeigen an, dass wir die Firma ABC-Consult … vertreten.
Sie haben… eine falsche Kontonummer angegeben, was nach § 263 StGB strafbe-wehrt ist.
Zahlen Sie sofort die ausstehende Summe, zuzüglich meiner Gebühr in Höhe von XX Euro. Widrigenfalls – ohne weitere Ankündigung – werden wir zivil- und strafgerichtli-che Hilfe in Anspruch nehmen.

Ooops.
Die Gebühr des Anwalts überschreitet den eigentlichen Betrag um einiges. Zudem: jedes Schreiben des RA Mustermann ist von einer weiteren Gebührenrechnung an den angeblich säumigen User begleitet, in dem sich die Forderungen addieren und auch der Streitwert schnell in schwindelnde Höhen schießt.
Und so soll es auch sein. Nicht die kleine Summe für die Spezialistenfrage ist die Einnahmequelle, sondern der Schriftverkehr und die Tätigkeit des Rechtsanwalts.

Natürlich schaut der User sofort nach, was in seinem Online-Datenblatt eingetragen ist. Dort steht auch alles richtig drin, - bis auf die Kontonummer. Diese ist absolut nicht identisch mit der von ihm eingegebenen. Doch beweisen kann er es nicht, da er – wir sprachen davon – keinen Beleg über seine Anmeldung hat. Wo es auch immer zum Wechsel der Kontonummer gekommen ist, der User ist machtlos.

Man kann davon ausgehen, dass der Trick recht lange gut klappt. Wenn man mehre-re Portale betreibt und ein bis zwei „Kunden“ am Tag fängt, kann man in relativ kur-zer Zeit eine Menge Geld erstreiten. Es wird wohl kaum einen User geben, der nicht sofort – auch aufgrund des massiven Auftretens des RA Mustermann – die geforder-te Geldsumme überweist. Spätestens, wenn der Betrag eine mittlere dreistellige Summe erreicht hat, wird er bezahlen.

Das Risiko des Betreibers ist verhältnismäßig gering. Zum Einen sind die User ano-nym und kennen sich nicht, somit findet kein Austausch von Erfahrungen statt, zum Zweiten kann der Betroffene nicht beweisen, dass hier etwas manipuliert worden ist, da er eigentlich nichts als Beweis seiner Unschuld in Händen hält.

* * *
Ich rate jedem, besondere Vorsicht bei solchen Portalen walten zu lassen. Zumindest sollte man sich eine Bestätigung schicken lassen, in der alle bereitgestellten Daten noch einmal aufgeführt werden.

Es gibt durchaus sehr gut funktionierende Expertenportale, die seriös und kompetent sind. Ich habe zumindest gute Erfahrung mit einem gemacht. Besonders, wenn man schnell eine kompetente Antwort sucht, findet man hier eine günstige Möglichkeit der Information. Sollte man weitergehend mit dem Problem einen Experten (z.B.Anwalt) benötigen, ist hier eine Auswahl von guten und fähigen Leuten, unter denen man für das weitere Vorgehen wählen kann. Nicht jeder hat einen solchen Experten im Be-kanntenkreis oder in der Nähe.

Da in Foren die Nennung oder das Bezichtigen anderer mit Namen und URL eigent-lich ein Tabu ist, möchte ich mich auch daran halten. Aber einen Hinweis auf die Möglichkeit einer solchen Handlung wollte und musste ich aus aktuellem Anlass hin-weisen.

Diese Sache liegt jetzt beim Anwalt, und noch besteht ja die Möglichkeit, dass beim Betreiber der Seite ein technischer oder menschlicher Fehler zur Verwechslung der Kontonummer führte. Sollte er jedoch nicht in angemessener Zeit eine plausible Er-klärung aufbieten, werden wir wohl Anzeige erstatten müssen.

Montag, 16. Juni 2008

Ich bin das Herumgejammer...

der Kneipenwirte ja sowas von Leid....

Heute steht es wieder in unserer Tageszeitung: Existenzängste der Kneipenwirte, Notschließungen, Kundenrückgang und, man höre/lese und staune, sogar erhebliche Absatzprobleme bei deutschen Bierbrauern. Und alles nur, weil ein allgemeines Rauchverbot ab dem 01.07. gilt.

Kneipe im Nachbardorf: der Wirt klingelt mich noch ein paar Tage vorher an, ob wir bei ihm spielen wollen. Aber... "Ach, zahlen kann ich leider gar nicht viel. Mir bleiben die Gäste weg, weil jetzt das Rauchverbot kommt." Drei Tage später steht groß in der Presse, dass er dichtgemacht hat und mit seinem Dorfobersten im Klinsch steht. Die Gäste stehen vor der Tür, aber er läßt sie nicht rein. - Da geht es nicht um Kundenrückgang, da geht es um verletzten Stolz und angekratztes Ego.

Heute in der Presse: Die Gäste kommen nicht mehr in meine Kneipe. Ich muss dicht machen, weil jetzt ja nicht mehr geraucht werden darf. Jetzt kriege ich nicht genug Rente.

Diese und zahlreiche andere vollkommen bescheuerten weinerlichen Artikel sind jetzt zuhauf in der Zeitung zu lesen.

Das ist doch absoluter Quatsch. Die Wirte haben immer herumgejammert, dass sie keine großen Gagen zahlen können, dass der Umsatz zurückgeht, dass Stammgäste wegbleiben. Ich behaupte, dass das wohl nicht so viel mit dem Rauchen zu tun hat, sondern der Trend der Zeit ist, und wo viele Faktoren zusammenspielen.

Wenn ich mir einmal unsere Eckkneipe ansehe, Wirt sein bester Kunde, 3-4 echte "Stammgäste", die sich drei Mal in der Woche die Kante geben, dann möchte ich sagen, dass es um diese Kneipe echt nicht schade ist. Die handvoll Bierkonsumenten können sich notfalls auch auf der Parkbank oder bei einem in der Wohnung treffen, wenn sie denn so dicke sind. In die echten "Quartierkneipen" verirrt sich doch eh keine Laufkundschaft. Und die echten Stammgäste? Sein wir doch mal ehrlich, mehr als eine handvoll kommt doch da gar nicht zusammen.

Ich habe selbst fast dreißig Jahre geraucht, aber mir war zeitlebens eine verräucherte Kneipe zuwieder. Einmal abgesehen von den übel riechenden Klamotten, lebt man doch ständig mit Zigarettenasche und Brandflecken. Und nicht zuletzt ist da ja auch noch die finanzielle und gesundheitliche Belastung. Und ein Gig in einer Kneipe mit laut quatschenden Biertrinkern und einer Luft, dass man den Notausgang nicht mehr sehen kann... gruselig.

Nein, das Rauchverbot ist absolut OK. Überall in Europa gilt ein Tempolimit - und es funktioniert. Überall gibt es ein Rauchverbot - und es funktioniert. Warum nicht auch hier in Deutschland? Was soll denn nun wieder dieser dumme Rückschritt, dass kleine Kneipen vom Rauchverbot ausgenommen werden sollen?

Ich habe nun schon einige herrliche Gigs unter abslout rauchfreien Bedingungen hinter mich gebracht. Wer es überhaupt nicht lassen konnte, ist vor die Tür gegangen. Jeder hat sein Getränk konsumiert. Und es waren alle Plätze besetzt. Na also, es geht doch.
Wenn dann der Künstler/Sänger/wasauchimmer nun seine geforderte Gage der Zahl der Gäste und der Lokalität anpasst, dürfte es unter dem Strich für alle passen. Natürlich habe ich nichts gegen Geld, aber wie kommen zwei Leute dazu, in einer Kneipe mit 35 Sitzplätzen für 3x20 Minuten Vortrag 400 Euro zu verlangen. Dass das nicht passen kann, dafür braucht man keinen Taschenrechner. Und wie erst, wenn die Gruppe aus 3 Leuten besteht? Es bleiben 35 Sitzplätze. Das ist nun einmal so.
Im Gegenzug glaube ich aber auch, dass ein Angebot von 100 Euro, bei 8 Euro Eintritt pP, ein nicht so faires Angebot des Wirts ist. Auch, wenn er mit tränenden Hundeaugen von seinen drei minderjährigen Töchtern erzählt, die in Lumpen daheim in der kalten Wohnung trockenes Brot essen müssen.

Wirte haben immer etwas zu leiden. Mal ist es das Wetter, dann das Rauchverbot, dann die Urlaubszeit, dann die Großveranstaltung im Nachbarstadtteil, aber auch Kundenschwund wegen Rinderwahn, Vogel- und Schweinepest. Und sie leiden mit wirklicher Hingabe. Haben sie immer gemacht. Und zur Zeit haben sie die Presse für sich entdeckt, da das Gesetz des Rauchverbots proklamiert wurde.

Warten wir mal ab, was als nächste Katastrophe die Wirte heimsuchen und an den Bettelstab bringen wird. Eine Bierkpreisexplosion mit ständig wechselnden Tagespreisen aufgrund von Spekulanten an der internationalen Börse, dem totalen Verfall des Dollars und einer Bierproduktionsreduzierung der bierproduzierenden Länder? Das wäre doch wahrlich einmal ein wirklich einleuchtender Grund.

Sonntag, 23. Dezember 2007

Ooops... ich bin schwanger!

Es gibt auf dieser Welt eine Menge Menschen, die die Menschheit echt nicht braucht. Paris Hilton spielt in dieser Kategorie ganz oben mit. Wenn man einen Beweis für das Klischee "Dummerle" und "Blondchen" sucht: Das wäre das Beispiel.

Aber dicht auf kommt die kleine Brittney Spears. Erzähle mir jetzt niemand, sie wäre eine arme, missverstandene, unterschätzte Künstlerin, die zu schnell zu berühmt geworden ist und damit nicht umgehen kann. Pillepups.

Und nun noch ihre kleine Schwester Jamie Lynn, die mit gerade 16 Jahren (*singundhüpfichfreumichdraufrufend) schwanger wurde und - ich kann das gar nicht verarbeiten - eine Aufklärungs-Show im amerikanischen Fernsehen moderieren wird. Aua.
Aber: That`s business, that`s live!
Und abertausende von Teenyfans jubeln, die Fanclubs jubilieren und gebärden sich, als wenn sie selbst an der Zeugung der "Spears - The next generation" aktiv teilgenommen hätten.

Himmel, was für eine armselige Welt, wo solche Menschen noch die Massen mit jedem Scheiß begeistern können.

Dienstag, 18. Dezember 2007

Du spinnst ja!

Naja - sie sagte eigentlich: "Du hast ja eine sehr blühende Phantasie!"

Ich schreibe hin und wieder Geschichten. Was mich dabei aber immer irgendwie bremst, und weshalb ich meine Geschichten oftmals im Kreise der Familie und unserer Freunde nicht gerne herumreiche, ist dieser total verstörte Gesichtsausdruck beim Lesen. Dieses "Hmmm" und "Aha" mit Augenaufschlag, wenn sie an eine pikante oder blutige Stelle kommen. Dieses unausgesprochene "Das hätte ich Dir ja nun nicht zugetraut!" Ich habe dann sofort ein schlechtes Gewissen ob meiner Gedanken, die ich niedergeschrieben habe.

Einige legen die Geschichten wortlos wieder hin, andere lächeln zumindest. Mehrere reden noch ein wenig darüber. "Nett" ist eine der Vokabeln, die dann darin vorkommen.

Zwei meiner Lieben sind begeisterte Leser, und eine andere Leserin sagte einmal - mit deutlich herabhängenden Mundwinkeln - eben jenen Satz mit der Phantasie.
Ich schaute kurz auf die Geschichte, die sie zuletzt durchlas. Und ich ging noch einmal in mich und überlegte.
"Nein", sagte ich dann. Meine Geschichten sind eigentlich noch harmlos, wenn man sie mit den Nachrichten der letzten zwei Jahre vergleicht. Die grausamsten Geschichten schreibt das Leben selbst. Ich habe mich eigentlich auch gerade von solchen Geschichten animieren lassen.
Nur einmal aus dem Gedächtnis: Mann zerstückelt Frau mit der Motorsäge, junge Frau begräbt ihre Säuglinge im Blumenkasten, Kinder verhungern in der Wohnung, Menschen zerstückelt und gegessen, eigenes Kind an Pornoring verkauft, Frau tötet ihre fünf Kinder, weil eine Stimme es ihr befahl, Ehepaar tagelang misshandelt und getötet... Das könnte unendlich so weitergehen. Nichts, was es nicht gibt. Und dann fragen mich einige, woher ich die Ideen für meine Geschichten habe...

Heute steht wieder eine Fünfzeiler in der Zeitung:
Familie setzt elfjähriges Mädchen als erzieherische Maßnahme auf Autobahnraststätte aus. Kind hält sich am anfahrenden Wagen fest, stürzt und verletzt sich erheblich. Vater fährt noch 200 Meter, steigt aus und zerrt Kind wieder in den Wagen. Mama und Geschwisterchen schauen zu.
Aus einer inneren Wut heraus, möchte ich eigentlich auch diese Sache in eine Geschichte fassen. Manchmal kann ich wirklich nicht nachvollziehen, wie kaputt und schräg manche Menschen denken und handeln.

Montag, 17. Dezember 2007

Privatjet für Marco - aber wer ist Sabrina?

WIR SIND WIEDER FREI!

Der verlorene Sohn kehrt an den heimischen Herd zurück. Nach Monaten in der türkischen Haft, darf er sich bei Mama und Papa wieder an den Weihnachtsbaum setzen. Ich gönne es ihm.

Und ich möchte ihm auch seine Geschichte glauben:
Urlaub "all inclusiv" an der türkischen Mittelmeerküste. Gute Laune, Ausgelassenheit - und das unbändige Wollen "mal zu sehen, was so läuft".

Und dann, in der Disco: Kontakt! Und vermutlich genau so, wie Marco sich das so vorgestellt hat. Fünfzehn (Charlotte ist die zweite von rechts) ist vielleicht grenzwertig, aber urlaubsmäßig vertretbar. Einladung. Rauf auf die Bude und urlaubsmäßiger Nahkampf. Bingo. Man ist ja nur ein Mal siebzehn.

Dafür gab es dann - "all inclusiv" - auch ein wenig Abenteuerurlaub.

Ich frage mich, warum die "streng gläubigen" und besorgten Eltern ihrer dreizehnjährigen Tochter überhaupt erlaubten, da allein in einer Disco rumzumachen? Ist Marco wie ein Geist durch die verschlossene Tür des Hotels gebeamt? Nee, Freunde der Nacht, die Schnecke hat hier faustdick vom Leder gezogen und aus reiner Muffe vor Mama und Papa die Flucht nach vorn angetreten. Der alte "HALTET-DEN-DIEB-TRICK" funktioniert wohl noch immer.

Anyway. Marco ist wieder daheim, eingeflogen mit einem Privatjet. Nun noch eben den verpassten Abschluss nachholen und ein wenig ... Nein, besser keinen Urlaub in der Türkei machen. Und England ist wohl auch nicht so dolle...
Man gut, dass die Presse uns auf dem Laufenden hält. Bald werden wir es wissen, was Marco weiter macht.

_

Tja, und dann haben wir noch die neunzehnjährige Sabrina. Mutter eines Kindes und schwanger. Die sitzt nämlich auch seit Juli im türkischen Teng. Drogenschmuggel. Wurde bereits bei der Einreise überwacht, traf sich mit bekannten Drogenhändlern, Zugriff bei der Ausreise mit zwanzig Kilo Heroin im Handgepäck.
"Ooops... Ich war das nicht, ich weiß von nichts, ich bin unschuldig..."

Neneee... das möchte ich dann aber irgendwie nicht glauben. Die Geschichte ist auf der Glaubwürdigkeitsskala eher nicht so hoch angesiedelt, wie die Sache mit unserem jungen Don Juan Marco.
Mal sehen, was die Presse jetzt mit ihr macht. Ob Onkel Öger für sie auch in die Bresche springt und ein klärendes Gespräch an der richtigen Stelle führt?
Egal, für sie heißt es jetzt jedenfalls:
WIR SIND ERWISCHT UND SITZEN FEST - WIR SIND IM KNAST

Na dann... frohe Weihnacht.

Was ich noch sagen wollte...

Ab und zu schreibe ich eine Geschichte, ein Gedicht oder sonst irgend einen Unsinn. Nicht alle meine Gedankenergüsse finden in diesen Seiten Einzug. Aber was ich hier einstelle, ist uneingschränkt von mir.


Manche Sachen sind eher lustig, mache sollen zum Nachdenken anregen und einige mögen auch ein wenig skurril daherkommen. Einige schreibe ich aus Langeweile, einige zum ver- und aufarbeiten meiner Gedanken. Einige Geschichten sind frei erfunden, andere geben, zumindest in Grundzügen, wahre Begebenheiten wider.


Aber alle sollen Spaß beim Lesen bereiten. Mir und auch anderen Lesern.Viel Spaß also beim durchstöbern und lesen meiner Schreibereien wünscht Euch Korinthe

Mehlige Angelegenheiten

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Korinthe - 24. Dez, 11:03

Hier schaue ich gerne mal rein:

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